Event

Datum: 20.10.2022
Uhrzeit: Einlass: 19.30 Uhr / Beginn: 20.30 Uhr
Veranstalter: Propeller Music & Event GmbH

SIND

KONZERT

Präsentiert von Rausgegangen München

Band als Familie, Familie als Band: anderthalb Jahre nach ihrem letzten Album hat sich für SIND das Konzept „Band“ mehr denn je aufgelöst und gleichzeitig zusammengewachsen als Kern eines Kollektivs aus Freund*innen: „Der Grundgedanke war, wir machen Musik damit wir alle kostenlos auf’s Festival können und zusammen Spaß haben“, erzählt Hannes Husten, wer mit wollte, machte eben Sound, half als Fahrer*in aus oder kümmerte sich um Licht. Aber irgendwie blieb es nicht dabei, „Deine Magie“ ging steil, dann auch „Alpina Weiss“, die Band veränderte sich, nahm neue Formen an. Und heute? Heute machen Hannes als Gitarrist, Texter und Lead-sänger, Ludwig Noack am Schlagzeug und Matthias Völzke am Bass als Kern dieses familiären Kollektivs weiter mit SIND, mit wechselnden Freund*innen, die mal mitkommen für einen Live-auftritt, Orgel spielen, an den Texten mitarbeiten oder produzieren. „Wir haben festgestellt, es ist irgendwie spannender sich nicht festzulegen auf irgendwelche Rollen, sondern einzubinden, was bei einem Song eben gebraucht wird und interessant ist bzw. passt“, meint Hannes.

Und in diesem Sinne ist auch ihr neues, ihr drittes Album, KINO KOSMOS entstanden: es geht um Freundschaften, um Familie, um die Menschen um uns herum, aber auch um Orte, die ver-schwinden und Umstände, die sich verändern. „Aber das immer auch mit einem zwinkernden Auge“, wirft die Band ein. Da wären zum Beispiel die halbernste Glamrock-Nummer „Deine Likes“ über die Kluft zwischen der digitalen Welt und realen Gefühlen, oder „Savoy“, das den Exzess, um den es im Text geht, auch musikalisch umsetzt – wenn das Lachen aber auch im Hals stecken bleibt und auch bleiben soll. Ach egal, weitertanzen! Oder etwa das funkige, mit viel Achtziger-Attitüde tänzelnde „Templin“, das sich selbstironisch mit Freundschaften befasst, die sich im Laufe der Jahre entfremden: „Ich weiß schon lang nicht mehr, wie es dir so geht, hab nur dein Foto gerade gesehen, hast jetzt ein Auto und ein Kind.“ Ein Liebeslied an die großen, besten Freundschaften, die an der Realität, an Lebens-entwürfen und an der Zeit implodieren, bis dann nur noch dann und wann ein geteilter Link auf Instagram oder Facebook bleibt und die Erinne-rungen an die langen Nächte vor dem Späti.

Diesen Balanceakt zwischen Lachen und Weinen, Nostalgie, Gegenwart, Melancholie und Freude fängt das Titelstück „Kino Kosmos“ besonders emotional ein: psychogeographisch fest im Ostberlin der 2000er eingeschrieben – das Kino Kosmos auf der Karl-Marx-Allee war einst das Premierenkino der DDR, heute ist es eine schnöde Kongresshalle, vor der sich montags Quer-frontler versammeln – erzählt es im schönsten Indiepop herzzerreissend detailreich von den un-beschwerten, endlos langen und ewig kurzen Tagen ohne Verpflichtungen. Davon, mit der ersten Liebe River-Cola ins Kino zu schmuggeln, mit der Oma im Auto nach Polen zu fahren, um zu tanken, Zigaretten zu holen, Haare zu schneiden „und für 10 Euro vom Taschengeld gefälschte Fußballtrikots seiner Idole zu kaufen!“. „Raus in die Stadt, Freiheit spielen“, singt Hannes, „muss-ten nirgendwo mit der Zeit, nicht warum und wieso, nur Träumen, vielleicht“, und plötzlich tut es da weh im Herzen, genau da, wo die verschüttete Erinnerung sitzt.

Karlshorst, Café Miami, Kino Kosmos, Templin, Warschau, Savoy, Nordsee: KINO KOSMOS ist ein Album, das seine Hörer*innen immer wieder an die Hand nimmt zu einer Reise an die Orte, die für SIND ihre Geschichte ausmachen. Aber genau das macht das Album trotzdem so univer-sell, denn über diese Orte erzählen SIND eine Geschichte von Coming of Age und Erwachsen-werden, von Loslassen und Weitergehen, die auch in Oberbayern oder auf dem platten Land letztendlich nicht anders abläuft, als zwischen Karlshorst, Kino Kosmos und Templin.

KINO KOSMOS ist eine Ode an Freundschaften, an die Menschen, die dein Leben prägen, und vor allem an die Lust an der Musik, die Spielfreude der Band, die man in jedem Song raushören kann. „Wir haben diesmal eine etwas andere Herangehensweise gewählt“, erinnert sich Ludwig, „wir wollten uns bewusst nicht drei Wochen im Studio einschließen, sondern Song für Song und Stück für Stück schauen, wie sich das Album entwickelt.“ Durch diesen fast zwei Jahre langen Prozess ohne Druck und Deadline sind aus Skizzen detaillierte Miniaturen gewachsen, die aber nie zu verkopft klingen. Im Gegenteil: KINO KOSMOS macht so richtig Lust auf Festivals und Clubkonzerte, auf Schweiß, Bierdusche, auf Gefühle in Technicolor, und auch darauf, am Ende der Nacht mit „Weißt du“, dem letzten und wohl mit Abstand ungewöhnlichsten Stück des Al-bums, auf dem Dach zu sitzen und die bessere Zukunft zu erträumen, egal wie schwer es fällt. Die bessere Zukunft für dich, für mich und für alle, die noch kommen.

KINO KOSMOS erscheint am 29. April 2022.

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