Event

Datum: 07.04.2019
Uhrzeit: Einlass: 20.00 Uhr / Beginn: 21.00 Uhr
Veranstalter: polarkonzerte

PHELA

KONZERT

Wie findet man seine Stimme?

Den richtigen Klang, den einen Tonfall, diese speziellen Worte, die genau das ausdrücken, was man fühlt. Was man sagen will. Wer man ist. Vor allem, wenn man glaubt, seine Stimme verloren zu haben. „Ich hatte eine Schreibblockade. Mir fiel nichts ein“, gesteht Phela und man hört ihr an, wie erschreckend dieser Zustand war. Von allen Seiten gab es Erwartungen, doch sie brauchte dringend Zeit für sich. Die überwältigenden Erlebnisse und Eindrücke der letzten Jahre, die langen Touren, ob Solo oder als Support – sie lebte in einem neuen Modus und in einer völlig neuen Welt. Phela musste erst wieder lernen, in sich selbst hineinzuhören.

Doch eines Tages hat sie ihre Stimme wiedergefunden – in ihrer leeren Wohnung in Neukölln, in der nur noch ihr Klavier stand, da alle anderen Möbel und Kisten bereits auf dem Weg in ein neues Zuhause waren. Sie setzte sich, sie spielte. Und das erste Lied kam zu ihr. „Wegweiser“ heißt dieses Lied und genau ein solcher Wegweiser war es auch für sie.

„Man sollte seinem Leben genug Räume zum Träumen geben, damit man immer wieder abtauchen kann“, sagt Phela –  und deshalb suchte sie sich für die Aufnahmen der neuen Lieder einen ganz besonderen Ort. In den Bergen von Teneriffa fand sie ein Haus, eine „Holzhütte“, wie Phela es selbst beschreibt – dort wollte sie aufnehmen. Weit weg von Berlin, weg von allen Ablenkungen, weg von all dem, was vorher war. Für fast drei Monate zog sie sich dorthin zurück, und für acht Tage kam ihre Band dazu: Gitarrist Òmar Gudjonsson, Tommy Baldu am Schlagzeug, Moritz Brümmer am Cello, Sound Engineer Jochen Etzel, als Produzent und Bassist Robert Laupert aka L’Aupaire und Thomas Harsem als Co-Produzent und ebenfalls am Bass.

Sie arbeiteten zusammen an den Liedern, die Phela in den Monaten zuvor geschrieben hatte, während sie einen einzigartigen Blick über die Insel genossen, auf Vulkane und eine wilde Landschaft. Abgesehen von Hundegebell in der Ferne gab es nur sie, Stille und Natur. „Wegweiser“ ist in seiner Direktheit deswegen regelrecht echt, rau und roh geworden, nichts ist auf perfekten Klang getrimmt, oder poliert, bis kein Leben mehr darin steckt, sondern im Gegenteil: Es sind Popmelodien, die noch immer so atmen wie in dem Augenblick, in dem sie eingespielt wurden. Weil man diesen Augenblick noch immer hören kann. Man nehme nur „Meine Familie“, ein Lied, bei dem es sogar das Gebell der Hunde in der Ferne auf die Aufnahmen geschafft hat.

Es sind oft solche Momentaufnahmen, in denen man das Beisammensein und miteinander Spielen, in denen man die Nähe der Musiker fühlt. Alle Lieder auf „Wegweiser“ sind zart und filigran. Ganz sanft, auch bei angezogenem Tempo, wenn man wie von selbst anfängt sich zu bewegen – was man erst bemerkt, wenn man schon den Refrain mitsingt. Diese Leichtigkeit ist auch der große Unterschied zum Debüt, in dem es viel um Liebe und Liebesleid gegangen ist, denn Phela ist ein Stück erwachsener geworden, sie hat manches hinter sich gelassen – das Leiden ist dem Leben gewichen.

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